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Fire Camp 2017, Ortsfeuerwehr Stöcken war dabei

Das Fire Camp der Feuerwehr Hannover ist ein wichtiger Bestandteil der jährlichen Praxisausbildung der Grundausbildungs- und Notfallsanitäterlehrgänge der Berufsfeuerwehr Hannover sowie der ehrenamtlichen Ortsfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehr Hannover. In diesem Jahr nahmen neben Fahrzeugen der Ortsfeuerwehren Bemerode, Buchholz, Davenstedt, Limmer, Linden, Vinnhorst und Wettbergen, auch das HLF 20 der Ortsfeuerwehr Stöcken und der MTW als Führungsfahrzeug des 4. Löschzuges des Fire Camps an dem Ausbildungswochenende teil. Bereits zum zweiten Mal nahmen neben den hannoverschen Kräften auch Kolleginnen und Kollegen der Berufsfeuerwehr Kassel und erstmalig auch eine Ortsfeuerwehr mit Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kassel sowie die Freiwillige Feuerwehr Rosdorf aus dem Landkreis Göttingen als Gäste teil.

Die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Hannover, die aus Besatzungen und HLF 20 der o.g. Ortsfeuerwehren und den Fachgruppen ABC-Dekon und ABC-Spüren und Messen bestanden, verlegten von ihren Standorten in Hannover am Freitag in die Örtlichkeiten des Fire Camps am Bundeswehrstandortes Ostenholz. Dort angekommen wurden sie pünktlich kurz nach 12:00 Uhr vom Leiter der Feuerwehr Hannover, Direktor der Feuerwehr Claus Lange, seinem Vertreter Ltd. Branddirektor Dieter Rohrberg, dem Leiter der Feuerwehrschule der Feuerwehr Hannover (und zugleich Leiter des Fire Camps) BrOR Gregor Fleischmann und dem stellvertretenden Stadtbrandmeister der FF Hannover, EHBM Helmuth Linnemann, begrüßt. Nach erfolgter Begrüßung und Übernahme der Unterkünfte ging es sogleich in den Übungsbetrieb. Hier waren zunächst die Gruppenführer der Löschfahrzeuge mit Einsatzlagen aus dem Bereich technische Hilfeleistung und Brandbekämpfung gefordert. Die Fachgruppen ABC-Dekon und ABC-Spüren und Messen übten an beiden Tagen speziell vorbereitete Einsatzlagen der ABC-Gefahrenabwehr. So wurden unter anderem Szenarien zum Aufbau und Betrieb von Dekon-Plätzen zur Dekontamination von Verletzten und erkrankten Personen, Einsatzkräften sowie der Gerätedekontamination und dem Spüren und Messen von Gefahrstoffen unter realitätsnahen Bedingungen geübt.

Die HLF 20 der Ortsfeuerwehren der FF Hannover und das HLF 10/6 der FF Kassel wurden den Einsatzzügen der Feuerwachen 3 und 4 des Fire Camps zugeteilt. Auf die Besatzung des HLF 20 der OFW Stöcken, unter Führung unserer gerade zur Gruppenführerin ausgebildeten Kameradin Caroline Völker, warteten am ersten Übungstag verschiedene Lagen aus dem Bereich Brandschutz und technische Hilfeleistung. Am zweiten Tag standen Einsatzszenarien im Vordergrund, die in Zugstärke zusammen mit den HLF 20 der Ortsfeuerwehren Vinnhorst und Wettbergen abzuarbeiten waren. Der 4. Löschzug des Fire Camps stand unter Führung unseres stellvertretenden Ortsbrandmeisters Marco Seidel. Höhepunkt des Tages war eine gemeinsame Abschlussübung des 3. und 4. Zuges im Übungsdorf „Schierenbleeken“, mit einer größeren Anzahl vom RUD-Team der Feuerwehr Hannover realitätsnah dargestellten und geschminkten Verletzten und Demonstranten. Besondere Erschwernisse der angenommenen Großschadenslage ergaben sich dabei durch quergestellte Kraftfahrzeuge und „Freiheit für Nemo“ skandierenden Demonstranten, die die Zuwegungen des Übungsdorfes blockierten und dadurch die Anfahrtswege der Löschzüge zu den brennenden Fahrzeugen erheblich erschwerten. Nachdem die „Störer“ mit deutlichen verbalen Platzverweisen zur Aufgabe ihrer Blockadehaltung bewegt werden konnten, widmeten sich im Anschluss beide Löschzüge ihren Hauptaufgaben, der Rettung von verletzten Personen und dem Ablöschen der brennenden Kraftfahrzeuge und errichteten Barrikaden. Mit dem Szenario wurden alle Einsatzkräfte noch einmal bis an die Grenzen Ihrer Leistungsfähigkeit gefordert.

Ziel des Fire Camps ist es, insbesondere neu ausgebildeten Gruppenführerinnen und Gruppenführern sowie Zugführerinnen und Zugführern, praxisnahe Einsatzerfahrungen zu vermitteln. In erster Linie sollen unter realitätsnahen Bedingungen die Kräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr auf tagtäglich zu erwartende Einsätze vorbereitet werden. Dazu wird nach jeder Übungslage der Ablauf des Einsatzes mit den Übenden von erfahrenen Einsatzleitdiensten der Berufsfeuerwehr und Ausbildern der Freiwilligen Feuerwehr Hannover detailliert besprochen, wobei sachkritisch Schwächen und Stärken herausgearbeitet und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

An dieser Stelle ein persönliches Feedback unserer neuen Gruppenführerin Caroline:

"Nur wenige Monate nach der zweiwöchigen Ausbildung zur Gruppenführerin an der NABK in Celle, galt es das Erlernte erstmals in die Praxis umzusetzen. Zusätzlich zu dem feuerwehrtechnischen Wissen kommt nun die wachsende Verantwortung, die Führung einer in der Regel aus acht Kamerad/innen bestehenden Gruppe sowie das Koordinieren der Aufgabenverteilung hinzu. Das Wochenende in Ostenholz bot dafür die besten Voraussetzungen verschiedenste Einsatzlagen, diesmal aus anderer Perspektive, abzuarbeiten. Neben Alarmstichworten, wie zum Beispiel "brennender PKW", "Rauchentwicklung" oder "brennender Sperrmüll", standen Einsätze mit "Person unter Güterzug" und "Person in Schacht" auf dem Programm. Die anfängliche Nervosität aufgrund der ungewohnten Situation legte sich im Laufe der beiden Tage, zugleich wuchs die persönliche Selbstsicherheit beim taktischen Vorgehen. Auch das Zusammenarbeiten funktionierte sowohl zwischen Gruppenführerin und Gruppe als auch in der Gruppe untereinander von Übung zu Übung immer besser. Am Ende der Übungen gab es für alle Beteiligten konstruktive Kritik der Schiedsrichter, die auch in Zukunft sicher in Erinnerung gerufen und umgesetzt wird. Die Erfahrungswerte, die auf dem Übungsgelände gesammelt wurden, stellen als Ergänzung zum Lehrgang eine gute Grundlage für zukünftige Einsätze sowohl in persönlicher als auch feuerwehrtechnischer Hinsicht dar".

Einheitliche Meinung aller Beteiligten der Freiwilligen Feuerwehr Hannover war, dass das Fire Camp ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr ist und auf jeden Fall in der bestehenden Form ausgebaut und weitergeführt werden sollte. Ein großer Dank gebührt an dieser Stelle den Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehr- und Notfallsanitäterschule der Feuerwehr Hannover, dem Atemschutzzentrum der FRW 3 und den Fachgruppen FüKom und Logistik der Ortsfeuerwehren Bemerode und Ricklingen für die ausgezeichnete Planung, Koordination und Durchführung des Fire Camps. Aber, und das sei besonders herausgehoben, ein besonders großer Dank gebührt wieder einmal der Fachgruppe Betreuung und Verpflegung, die in diesem Jahr unter Einsatzleitung von OLM Lukas Golly über die gesamte Dauer des Fire Camps alle teilnehmenden Kräfte mit ausgezeichneter Verpflegung versorgten und damit alle Beteiligten - trotz teilweise heftigem Regen - bei „Laune“ hielten (ohne Mampf, kein Kampf - alter Feuerwehrgrundsatz). In diesem Sinne hoffen und freuen wir uns schon auf eine Fortsetzung im Jahr 2018.

 

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